Verschollen, zerstört, zurückgekehrt – Wassili Stalins „Rennfalke“ im Oktober auf der HAMBURG MOTOR CLASSICS

Er ist die Rarität unter den klassischen Automobil-Raritäten: Der Awtowelo Sokol wurde einst auf Betreiben des Sohnes des ehemaligen sowjetischen Diktators Josef Stalin, Wassili Stalin, nach Plänen des Unternehmens Auto Union gebaut, um an internationalen Formel 2-Rennen teilzunehmen. Doch er gelangte nie auf die Strecke, sondern verschwand und galt Jahrzehnte lang als verschollen. Nun präsentiert die HAMBURG MOTOR CLASSICS dieses Automobil von unschätzbarem Wert vom 19. bis 21. Oktober auf dem Hamburger Messegelände.

Die bewegte Geschichte eines Rennwagens

Die Wiege des Awtowelo Sokol liegt in Eisenach. Dort wurde während des zweiten Weltkrieges mit der Produktion dieses außergewöhnlichen Rennwagens begonnen – eine Produktion, die zugunsten von Kriegsgeräten jedoch schon bald ins Stocken geriet. Die entstandenen Teile sowie Zeichnungen und Versuchsberichte wurden in einem Depot der Audi-Urmutter Auto Union eingelagert, welches im Jahr 1944 abbrannte, so dass von den geplanten Autos mit dem 1,5 Liter-Motor vorerst nur Erinnerungen blieben.

Nach Kriegsende gründete sich in Eisenach die sowjetische Aktiengesellschaft Awtowelo, und am ehemaligen Firmensitz der Auto Union in Chemnitz eröffnete ein automobiltechnisches Büro. Dieses erhielt im Jahr 1949 von General Wassili Stalin, Sohn des Diktators Josef Stalin, den Auftrag zur schnellstmöglichen Konstruktion eines Rennwagens. Da die Zeit knapp war, griffen die Ingenieure auf das überlieferte Wissen und damit auf die bestehenden Konzepte aus der Zeit der Auto Union zurück, konstruierten sogar zwei Awtowelo Sokol – Falke – genannte Rennwagen für ein Rennen in Moskau, an dem sie aber nie teilnahmen. In der Folge wurde einer der Wagen zerlegt, der andere durch Sammlerhände gereicht, bis er schließlich einen Platz in der Schau Grand Prix Exhibition im britischen Donington fand. „Der Wagen kam 1978 über eine Außenhandelsfirma der DDR nach Donington“, erklärt PS-Speicher Ausstellungsleiter Sascha Fillies. Nur hielt man ihn dort für einen Auto Union-Rennwagen und kennzeichnete ihn auch so.

Wiederentdeckung des Falken

Bis zum Jahre 2012 galt der Awtowelo Sokol als verschollen. Heinz Rehkopf, Stifter des Museums PS-SPEICHER, entdeckte die unschätzbar wertvolle Rarität und erwarb den Wagen für eine Sonderausstellung des Museums. Im Oktober lädt die HAMBURG MOTOR CLASSICS nun dazu ein, die sensationelle Wiederentdeckung des sogenannten „Stalinautos“ auf dem Messegelände zu feiern.

Exkurs: Vier Ringe für Audi

Die sowjetische Aktiengesellschaft Awtowelo, kurz AWO, wurde übrigens 1952 in den VEB Automobilwerk Eisenach überführt, der ab 1955 den DDR-Klassiker Wartburg baute. Insgesamt entstanden dort 1,6 Millionen dieser Personenwagen. Auch die Auto Union in Chemnitz existiert längst nicht mehr – aber zumindest eine der zu dieser Union zählenden Marken ist heute bekannter denn je. Die 1932 gegründete Auto Union AG war der erste staatliche Automobilkonzern Deutschlands. Als Firmenlogo wählte man vier ineinander verschlungene Ringe, die den Zusammenschluss der vier Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer symbolisierten – genau diese vier Ringe kennzeichnen noch heute jedes Audi-Modell.

Automobil-Geschichte in Hamburg erlebbar

Auf der HAMBURG MOTOR CLASSICS sind Old- und Youngtimer verschiedenster Hersteller aus nahezu allen Kapiteln der Geschichte des Automobils zu finden: Vom hochherrschaftlichen Cabriolet aus den Dreißigerjahren bis hin zum Supersportwagen der Achtziger reicht das breite Spektrum. Ein abwechslungsreiches Programm mit Sonderschauen und Informationsforen ergänzt Hamburgs Oldtimermesse. Premiere feiert die Sonderschau „Historischer Motorsport“ mit einzigartigen Exponaten. Themen wie Bewertung, Kauf, Versicherung und Pflege werden in Fachvorträgen aufgegriffen und liefern Einsteigern wie Profis gleichermaßen Einblick in die Szene. Ideeller Träger der Oldtimer-Veranstaltung ist der ADAC Hansa e.V. und das Automuseum Prototyp unterstützt als emotionaler Botschafter.

Die HAMBURG MOTOR CLASSICS findet vom 19. bis 21. Oktober 2018 auf dem Hamburger Messegelände statt. Geöffnet ist die Oldtimermesse am Freitag von 12 bis 20 Uhr, am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Weitere Informationen und Fotos zum Download unter www.hamburg-motor-classics.de und unter https://www.facebook.com/hamburgmotorclassics/

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